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Abstract
SO.12.02
Update serologischer Diagnostik bei retinalen venösen Verschlüssen
Matus Rehak
Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde, Universität Leipzig
Hintergrund
Die Pathogenese der retinalen venösen Verschlüsse ist sehr komplex und wurde bis jetzt noch nicht vollständig aufgeklärt. Ein wichtiger Kausalfaktor scheint hierbei eine Dysfunktion der Gefäßwand darzustellen, welche überwiegend durch Risikofaktoren wie Hypertonus, Diabetes mellitus, Hyperlipidämie, Rauchen und Hyperhomozysteinämie bedingt ist. Die Rolle von Störungen der plasmatischen Gerinnung wird seit Jahren kontrovers diskutiert. Die Ergebnisse der bis jetzt publizierten Studien, die die Rolle der Gerinnungsstörungen untersuchten, sind inhomogen und oft widersprüchlich. Das liegt meistens daran, dass kleine Patientenkollektive untersucht wurden.
Methode
Es wurde eine Literaturrecherche im Onlinekatalog der amerikanischen National Library of Medicine und der Onlinedatenbank Ovid durchgeführt. Die gefundenen Studien, die über die Rolle der potentiellen Risikofaktoren Faktor-V-Leiden, Protein C- und Protein S- Defizit, Hyperprothrombinämie, Antithrombin III-Mangel und Antiphospholipid-Syndrom bislang veröffentlicht wurden, wurden in Form einer Metaanalyse evaluiert. Präsentiert wird eine Zusammenfassung der aktuellen Studienergebnisse und Empfehlung für die klinische Praxis.
Ergebnisse
Eine statistisch signifikant höhere Prävalenz retinaler Venenverschlüsse wurde in der vorliegenden Metaanalyse nur bei Patienten mit Hyperhomozysteinämie, Antiphospholipid-Syndrom und Faktor-V-Leiden gefunden. Bei allen anderen serologischen Faktoren wurde kein signifikanter Unterschied beobachtet.
Schlussfolgerungen
Eine aufwendige Untersuchung aller Gerinnungsstörungen ist in der klinischen Praxis bei Patienten mit retinalen venösen Verschlüssen nicht indiziert. Es sollte jedoch bei allen Patienten ein Antiphospholipid-Syndrom entsprechend der gültigen diagnostischen Kriterien ausgeschlossen werden. Die Untersuchung weiterer Gerinnungsstörungen (vor allem Faktor V-Leiden) ist nur bei jüngeren Patienten ebenso wie bei Patienten mit fehlenden systemischen Risikofaktoren (Hypertonus, Diabetes mellitus, Hypercholesterinämie) begründet. |
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