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Abstract

SO.13.01

Fadenoperationen außerhalb des Innenschielens – Indikationen und operative Ergebnisse

Michael P. Schittkowski
Bereich Strabologie, Neuroophthalmologie und okuloplastische Chirurgie, Abteilung Augenheilkunde, Universitätsmedizin Göttingen, Göttingen

Hintergrund: Über die Anwendung von Fadenoperationen außerhalb der Indikation Innenschielen liegt vergleichsweise wenig Literatur vor.
Patienten und Methoden: Retrospektive Auswertung der verfügbaren Daten der Patienten, bei denen eine andere Indikation als Innenschielen zur Fadenoperation geführt hatte, bei denen zwischen 2000 und 2008 eine oder mehrere Fadenoperationen ausgeführt wurden und bei denen eine Nachkontrolle mindestens 3 Monate postoperativ erfolgt war.
Insgesamt konnten 21 Patienten identifiziert werden, davon 9 mit Endokriner Orbitopathie (EO), 9 mit Okulomotoriusparesen sowie 1 Patient mit Abduzensparese und Diplopie im Seitblick, 1 Patient mit okulopharyngealer Muskeldystrophie und 1 Patient mit Senkungsdefizit nach Orbitatrauma.
Ergebnisse: Von den 9 EO-Patienten wurde bei 3 Patienten 4x am Externus (1 Pat. bds.) operiert, was zu einer Erweiterung der diplopiefreien Zone horizontal um 10-20° (Mittel 15°) führte. Die Patientin mit der bds. OP war postoperativ in allen Blickpositionen doppelbildfrei. Bei 6 der EO-Patienten wurde wegen einer Vertikalabweichung operiert, davon 4x am Inferior und 2x am Superior. Die postoperative Vergrößerung der diplopiefreien Zone betrug 10-30° (Mittel 20°), 1 Patient wurde gleichfalls vollständig doppelbildfrei.
Bei dem Patienten mit N.-VI-Parese wurde die diplopiefreie Zone durch kontralaterale Internus-Fadenfixation um 20° erweitert. Bei den anderen Nicht-EO-Patienten führte stets eine Vertikalabweichung zur OP; hierbei zeigten Okulomotoriusteilparesen (n=5) mit einer Vergrößerung des Feldes binokularen Einfachsehens um 15-45 (Mittel 24°) erwartungsgemäß deutlich bessere Resultate  als komplexe N.-III-Paresen (n=4) mit 0-20° (Mittel 11°). 
Schlussfolgerungen: Fadenoperationen können wirkungsvoll zu einer Entfaltung des Feldes binokularen Einfachsehens beitragen. Das potentielle Risiko einer Verschlechterung der Situation mit Verstärkung der Diplopiewahrnehmung erscheint gering; es bleibt aber in jedem Fall zu bedenken und der Patient ist darüber aufzuklären. Der therapeutische Erfolg hängt von der zugrunde liegenden Erkrankung ab.

 

 
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