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Abstract

SO.13.03

Vorderabschnittsischämie nach Augenmuskeloperation

Oliver Ehrt
Augenklinik der Ludwig-Maximilians-Universität München, München

Hintergrund
Schwere, visusbedrohende Komplikationen nach Augenmuskeloperationen sind sehr selten: Endophthalmitis (1:10.000 - 1:30.000), Skleraperforation mit selten folgender Aderhautblutungen und Netzhautablösung und Ischämie des Augenvoderabschnittes. Die Symptome und Befunde einer Ischämie setzen innerhalb von Stunden nach der OP ein und können sich darstellen als: Schmerzen, Visusverlust, entrundete und weite Pupille, Hornhautödem mit Descemetfalten, Vorderkammerreiz, Hypotonie, Hypertonie, sekundäre Katarakt, Irisatrophie.
Methode
Umfrage unter 40 Augenmuskeloperateuren im Deutschsprachigen Raum. Retrospektive Fallserie.
Ergebnisse
Die Auswertung eines eigenen und 11 mitgeteilter Fälle ergab folgende Aussagen:
Die Inzidenz lässt sich auf ca. 1:10.000 schätzen. Okuläre Vorerkrankungen bestanden bei 3 Patienten (eO, z.T. mit Z.n. Dekompression), 2x vorherige Augenmuskel-OP. 1x Kind (sehr milder VK-Reiz), sonst 50-75 Jahre, 6x vaskuläre Risikofaktoren. Die Ischämie trat nach folgenden Operationen auf: 5x OP an 2 vertikalen, geraden Muskeln (2x Faltung, 2x partielle Transposition), 3x OP an 2 horizontalen Augenmuskeln, 1x m. rect. medialis Rücklagerung.
Alle Patienten erholten sich vom Visus komplett innerhalb von 2 - 10 Wochen, meist blieb eine Anisokorie bestehen, 1x komplette Irisatrophie. Das strabismologische Ergebnis der OP war durch die Ischämie nicht erkennbar verändert
Schlussfolgerungen
Die Vorderabschnittsischämie ist eine schwere Komplikation nach Augenmuskeloperation mit langfristig meist guter Prognose. Außer bei 2 Patienten mit eO trat sie meist ohne lokale Vorschädigung, bevorzugt bei OP an den vertikalen geraden Augenmuskeln auf. Erstaunlich ist, dass bei vielen Patienten, die an 3 oder 4 geraden Augenmuskeln operiert wurden, keine Ischämie auftrat.

 
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