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Abstract

SO.14.01

Pathophysiologische Grundlagen neuer Glaukomoperationen

Franz Grehn
Universitäts-Augenklinik Würzburg

Die Augendrucksteigerung bei Glaukom entsteht durch Erhöhung des Abflusswiderstandes. Beim primären Offenwinkelglaukom nimmt man an, dass der größte Teil des Abflusswiderstandes im Trabekelwerk lokalisiert ist. Aus diesen Gründen werden Operationsmethoden entwickelt, die den trabekulären Widerstand herabsetzen (I-stent, Trabectome, Trabekulotomie). Andere Glaukomoperationen erhalten das korneosklerale Trabekelwerk, entfernen aber das cribriforme Maschenwerk, in dem der Hauptwiderstand lokalisiert ist (tiefe Sklerektomie und andere nicht-penetrierende Verfahren). Ein wesentlicher Teil des Widerstandes ist aber wahrscheinlich auch jenseits des Trabekelwerks lokalisiert. Hierzu zählt der Schlemm´sche Kanal, der beim Glaukom oft nicht zirkulär offen ist, sowie die Kollektorkanäle und das sklerale Venengeflecht. Diese Widerstände werden durch die Viskokanalostomie (Weitung des Kanals und der Kollektorkanälchen) oder durch die Viskokanaloplastik (Aufweitung des Kanals und Spannung des Trabekelwerks durch einen Faden) angegangen.
Lediglich die Filtrationschirurgie überbrückt alle diese Widerstände durch eine komplette Beseitigung der Widerstände zwischen Vorderkammer und Sklera/Bindehaut. Die anderen genannten Operationen beseitigen Teilwiderstände. Dies kann als Erklärung herangezogen werden, warum nicht-penetrierende Verfahren ohne Filtrationsanteil eine etwas geringere Drucksenkung ergeben, dafür aber auch geringere Komplikationsraten aufweisen.


 
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