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Abstract
SO.14.03
Vergleich dreier Sickerkissen-Klassifikationssysteme
Daniel Herzog, Joanna Wasielica-Poslednik, Christina Müller, Norbert Pfeiffer, Esther M. Hoffmann
Universitäts-Augenklinik Mainz
Hintergrund
Die klinische Anwendung eines Sickerkissen-Klassifikationssystems vereinfacht die Langzeit-Betreuung von Patienten nach filtrierender Glaukom-Chirurgie. Allerdings kann die klinische Beurteilung dem ungeübten Untersucher Schwierigkeiten bereiten.
In der vorliegenden Studie wird das neu entwickelte MaBAGS (Mainz Bleb Appearance Grading System), ein Sickerkissen-Klassifikationssystem nach morphologischen Kriterien, mit bekannten Klassifikationssystemen (MBGS/Moorfields Bleb Grading System, IBAGS/Indiana Bleb Appearance Grading Scale) hinsichtlich Benutzbarkeit und Verlässlichkeit verglichen.
Methode
Eingeschlossen wurden 42 Sickerkissen in den unterschiedlichsten Ausprägungen von 31 Patienten. Zwei erfahrene und ein unerfahrener Untersucher bewerteten die Sickerkissen nach MaBAGS, MBGS und IBAGS an der Spaltlampe. Die Auswertung der Übereinstimmung zwischen den Untersuchern erfolgte mithilfe von Intraklassenkorrelationskoeffizienten (ICC).
Ergebnisse
Die Übereinstimmung zwischen den erfahrenen Untersuchern war bei allen Klassifikationssystemen deutlich größer verglichen mit dem unerfahrenen.
Mit MaBAGS ergab sich eine hervorragende Übereinstimmung für Vaskularisierungs-Indizes (0.82 und 0.82) und eine gute Übereinstimmung bei der Transparenz (0.69). Die Parameter für Ausdehnung und Höhe erbrachten eine akzeptable Übereinstimmung (0.47 und 0.59), wohingegen die Indizes für Mobilität und Mikrozysten keine zufriedenstellende Übereinstimmung lieferten (<0.20). Die Verwendung von MBGS resultierte in hervorragender respektive guter Übereinstimmung zwischen den Untersuchern bei den Kriterien subkonjunktivales Blut (0.93), sowie zentraler und peripherer Vaskularisierung (0.84 und 0.74). Die Indizes für Höhe und Sickerkissen-ferne Vaskularisierung erreichten eine akzeptable Übereinstimmung (0.53 und 0.60). Das Konsistenz-Niveau für die Beurteilung der Ausdehnung war niedrig (<0.40). Mit IBAGS ergab sich eine gute Übereinstimmung für Höhe und Vaskularisierung (0.61 und 0.73) und eine akzeptable für Ausdehnung (0.44).
Schlussfolgerungen
Für MaBAGS konnte eine gute Reproduzierbarkeit nachgewiesen werden. Die Verwendung von mehr klinischen Parametern verbessert die Präzision der Beschreibung eines klinisch höchst variablen Befundes. Dennoch ist die Qualität der Beschreibung und damit die Konsistenz zwischen mehreren Beobachtern wesentlich von der Erfahrung der Untersucher abhängig.
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