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Abstract
SO.16.06
Abhängigkeit der cornealen Hysterese vom Augeninnendruck im in-vitro-Modell
Matthias Neuburger, Daniel Böhringer, Thomas Reinhard, Jens Jordan
Universitäts-Augenklinik Freiburg
Hintergrund
Bis heute gilt die Goldmann Applanations Tonometrie (GAT) als Goldstandard der Augeninnendruckmessung. Neben der zentralen Hornhautdicke (zHD) werden weitere Einflussfaktoren auf das Messergebnis diskutiert. Der Ocular Response Analyzer (ORA), ein neu entwickeltes Messverfahren, soll bei der Augeninnendruckmessung biomechanische Eigenschaften der Hornhaut berücksichtigen. Hierzu werden die corneale Hysterese (CH) und ein cornealer Resistenzfaktor (CRF) berechnet. Diese Studie untersucht, ob mit der CH eine unabhängige, biomechanische Eigenschaft der Hornhaut gemessen wird oder ob dieser Messwert seinerseits vom Augeninnendruck (IOD) abhängt.
Methode
Wir bestimmten bei 9 Spenderhornhäuten die CH in Abhängigkeit des IOD. Hierzu wurden die Hornhäute in eine von uns entwickelte, künstliche Vorderkammer eingespannt und der IOD manometrisch auf 10, 20, 30, 40 und 50mmHg eingestellt. Zu Beginn und am Ende jeder Messung erfolgte die Messung der zHD mittels Ultraschall-Pachymetrie. Zudem wurde der Augeninnendruck jeweils mittels iCare, Tonopen und GAT und die CH und der CRF mit dem ORA gemessen.
Ergebnisse
Wir fanden eine signifikante Abhängigkeit der CH vom eingestellten IOD. Mit zunehmendem IOD sank die CH ab. Bei 10mmHg lag sie im Mittel bei 16, bei 20mmHg bei 17, bei 30mmHg bei 14, bei 40mmHg bei 4 und bei 50 mmHg bei 2. Der CRF lag bei allen Druckwerten zwischen 14 und 19. Die zHD hatte keinen Einfluss auf die CH und den CRF. Insgesamt zeigte über alle Druckwerte der Tonopen die geringste Abweichung zwischen eingestelltem und gemessenem Augeninnendruck, gefolgt vom iCare, der GAT und dem vom ORA berechneten Augeninnendruck.
Schlussfolgerungen
Unsere Ergebnisse zeigen, dass die vom ORA gemessene CH keine unabhängige biomechanische Eigenschaft der Hornhaut darstellt, sondern ihrerseits vom IOD abhängt. Dies ist für die zukünftige Einordnung der Augeninnendruckmessung mit dieser Methode, sowie für die Relevanz der Biomechanik in der Augeninnendruckmessung von großer Bedeutung. |
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