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Abstract
SO.16.08
Quantifizierung perimetrischer Befunde – ein volumetrischer Ansatz
Ulrich Schiefer1, Sandra Frick1, Jukka Nevalainen1,2, Julia Grobbel1, Elke Krapp1, R. Weleber3, J. Dietzsch1
1Department / Forschungsinstitut für Augenheilkunde, Universität Tübingen, Deutschland; 2University Eye Hospital Oulu, Finland; 3Casey Eye Institute, Oregon Health & Science University, Portland, OR, USA
Ziel: Die Quantifizierung perimetrischer Befunde hat eine herausragende Bedeutung für die Einstufung des Schweregrades sowie für die Verlaufs- und Therapiekontrolle sämtlicher Sehbahnläsionen. Ziel dieser Arbeit war es, hierfür ein volumetrisches Verfahren zu entwickeln und dieses beispielhaft zur alterskorrelierten Analyse von Norm-Gesichtsfeldbergen heranzuziehen.
Methode: 81 Normalpersonen im Alter von 10 – 79 Jahren nahmen an diese Studie teil, die am neuen Octopus 900 Perimeter (Fa. HAAG-STREIT, Köniz, Schweiz) durchgeführt wurde. 86 statische Stimuli (Goldmann III = 26´) mit einer maximalen Exzentrizität von 80° und einer Rasterverdichtung zum Gesichtsfeldzentrum hin wurden auf einem homogenen Hintergrund unter photopischen Bedingungen (Kuppel-Leuchtdichte 10 cd/m2) dargeboten. Zur Anwendung kam eine schnelle schwellenbestimmende Strategie (German Adaptive Threshold Estimation = GATE). Die volumetrische Analyse – in der Einheit dB x Grad2 – erfolgte auf der Basis einer Triangulation unter Bezug auf die 86 Prüfpunktorte.
Ergebnisse: Die Anpassung des Modells war zufrieden stellend (R2 = 0.72 dB2). Die Standardabweichung der Residuen über den gesamten 80° Gesichtsfeldbereich lag bei 2.52 dB. Für das untersuchte Normalkollektiv ergaben sich Gesichtfeldvolumina zwischen 255219 dB x deg2 für ein Alter von 10 Jahren und 198651 dB x deg2 für die 80jährigen. Das Gesichtsfeldvolumen erreichte ein Maximum von 255989 dB x deg2 im Alter von 17.3 Jahren und fiel danach kontinuierlich ab.
Schlussfolgerungen: Der hier vorgestellte volumetrische Ansatz erlaubt eine Quantifizierung und altersbezogene Verlaufsanalyse von Norm-Gesichtsfeldbergen.
Diese Methodik lässt sich in gering modifizierter Form auch für eine, weitgehend Raster-unabhängige (!), quantitative Analyse von Defekten – bezogen auf das gesamte Gesichtsfeld (TLV = „total loss volume“) oder aber bezogen auf ausgewählte Gesichtsfeld-Teilbereiche (RLV = „regional loss volume“) – einsetzen.
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