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Abstract

SO.20.02

Systemische Immunsuppression bei peripherer multifokaler Chorioretinitis

Bernhard Nölle, Johann Roider
Klinik für Ophthalmologie, Universitätsklinikum Schlewig-Holstein, Campus Kiel, Kiel

Hintergrund:
Die periphere multifokale Chorioretinitis (PMC) ist klinisch definiert und gilt als autoimmune Uveitis. Allerdings gibt es bislang nur Einzelberichte über eine vorteilhafte systemische Immunsuppression und keine evidenzbasierte Therapieleitlinie. Hier wird über eigene Erfahrungen in einer prospektiven Studie berichtet.
Patienten and Methodik:
Es werden 20 PMC-Patienten konsekutiv analysiert. Eine Autoantikörperbestimmung (ANA, ANCA, ARA) und  HLA-Typisierung erfolgt bei allen Patienten. Eine Immunphänotypisierung von Glaskörperzellen erfolgt bei 6 Patienten. Systemisch und lokal Prednisolon erhalten 7 Patienten (Kontrollgruppe), die anderen 13 werden mit Methotrexat (Mtx) oder Mycofenolate mofetil (MMF) zusätzlich behandelt (Studiengruppe).
Ergebnisse:
PMC-Patienten zeigen eine chronische Vitritis, chronische anteriore Uveitis, eine Bevorzugung von Frauen (17/20), Bilateralität (19/20), hohes Lebensalter (69.9 Jahre), lange Zeit bis zur Diagnosestellung (8 Monate). Glaskörperzellen sind vorwiegend kleine T-Lymphozyten mit  CD2, CD3, CD4 oder CD8 Expression; 36% der Zellen zeigen CD68 (Makrophagenmarker), nur wenige B-Zellen und Aktivierungsmarker (IL2-Rezeptor, Transferrin Rezeptor) waren nachweisbar. 11 der 20 Patienten hatten ANA im Serum, drei mit sehr hohem Titer. ANCA war stets negativ, ARA (anti-Retina-Antikörper) waren bei acht Patienten positiv, jedoch ohne spezifische Muster. HLA Antigene mit signifikanter Reduktion sind HLA-B7, DR1 und DR15. Erhöhte Frequenzen ohne Signifikanz zeigen HLA-DR 4, -7, -8. Die Studiengruppe zeigt einen besseren Visus und eine Abnahme der intraokularen Entzündung. Bei 2 von 3 Patienten kommt es nach Absetzen der Immunsuppression zum Entzündungsrezidiv.
Schlussfolgerungen:
Die periphere multifokale Chorioretinitis zeigt viele Aspekte einer autoimmunen Uveitis (genetische Prädisposition, Prädilektion von Frauen, Autoantikörpernachweis, Effekt einer systemischen Immunsuppression). Diese seltene Erkrankung sollte weiter beforscht werden.


 
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