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Abstract
SO.20.07
Die Rolle der diagnostischen Vorderkammerpunktion bei entzündlichen Sekundärglaukomen
Peter Ruokonen, Silvia Metzner, Necip Torun, Peter Rieck, Uwe Pleyer
Augenklinik, Campus Virchow-Klinikum, Charité - Universitätsmedizin Berlin, Berlin
Hintergrund
Die Glaukomprävalenz bei Patienten mit Uveitis variiert zwischen 5-20% abhängig von der zugrunde liegenden entzündlichen Pathologie. Die ätiologische Zuordnung ist von elementarer Wichtigkeit. Insbesondere die infektassoziierte Drucksteigerung hat oft unmittelbare therapeutische Konsequenzen. Der Nachweis einer spezifischen intraokularen Antikörpersynthese (AK) kann bei unklaren Fällen wegweisend sein.
Methode
Von 84 Patienten mit anteriorer Uveitis und Sekundärglaukom, die klinisch und serologisch nicht ätiologisch zugeordnet werden konnten, wurden Serum-und Kammerwasserproben entnommen und mittels ELISA (Enzygnost®) auf eine intrakamerale AK-Synthese gegen Herpesviren (HSV und VZV), Toxoplasmosa gondii, sowie gezielt teilweise gegen CMV und Rötelnviren untersucht.
Ergebnisse
Bei 47 von 84 Patienten (56%) ließ sich eine intrakamerale AK-Synthese gegen mindestens eines der o.g. Antigene finden. Aus 28 Proben (17x HSV, 11x VZV, davon 2x HSV und VZV) konnte eine herpetische Genese gesichtert und eine orale antivirale Therapie mit Aciclovir initiiert werden. Bei fünf Patienten konnten Antikörper gegen Rötelnvirus-Antigen gefunden und eine okkulte Fuchs’sche Heterochromiezyklitis (1x bilateral, 4x ohne Heterochromie) gesichert und die lokale Steroidtherapie beendet werden. Bei zwei Patienten wurde aufgrund des Nachweises von AK gegen Toxplasma-gondii-Antigen die primär als inaktiv erachtete Toxoplasmoseretinochorioiditis als Ursache für ein Sekundärglaukom ausgemacht und antibiotisch behandelt. In 12 Fällen fand sich eine intrakamerale AK-Synthese gegen CMV-Antigen. Davon wurden 9 zuvor als Posner-Schlossman-Syndrom (PSS) bezeichnet.
Schlussfolgerungen
In über der Hälfte der unklaren entzündlichen Sekundärglaukome lässt sich durch eine diagnostische Vorderkammerpunktion eine spezifische Therapie einleiten oder zumindest zusätzliche, teilweise kostenintensive und belastende Untersuchungen bzw. Behandlungen abwenden. Somit ist diese Nachweismethode ein wichtiger Baustein in der Diagnostik von entzündlichen Glaukomen. Erste Hinweise auf eine Assoziation des PSS zu einer CMV-Infektion verdichten sich. Somit wäre gegebenenfalls auch das PSS einer antiviralen Therapie zugänglich. |
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