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Abstract

SO.21.05

Selektives Thrombophiliescreening junger Patienten mit venösen retinalen Gefäßverschlüssen

Claudia Kuhli-Hattenbach1, Inge Scharrer2, Marc Lüchtenberg1, Lars-Olof Hattenbach3
1Klinik für Augenheilkunde, Johann Wolfgang Goethe-Universität, Frankfurt/Main; 2Medizinische Klinik I, Johann Wolfgang Goethe-Universität, Frankfurt/Main; 3Augenklinik des Klinikums Ludwigshafen, Ludwigshafen

Hintergrund:
Venöse retinale Gefäßverschlüsse werden als Erkrankung des höheren Lebensalters angesehen und sind meist mit kardiovaskulären Risikofaktoren assoziiert. Bei jüngeren Patienten lassen sich diese Risikofaktoren häufig nicht nachweisen. Eine familiäre Häufung thromboembolischer Ereignisse kann in diesen Fällen auf genetisch determinierte Risikofaktoren hindeuten.
Methoden:
In einer prospektiven Fall-Kontroll-Studie untersuchten wir 74 junge Patienten (£ 45 Jahre zum Zeitpunkt des retinalen Gefäßverschlusses oder eines früheren thromboembolischen Ereignisses) mit retinalem Zentral-, Hemizentral- oder Astvenenverschluß und 74 gesunde Probanden auf zahlreiche thrombophile Gerinnungsstörungen. Darüber hinaus untersuchten wir die Patienten auf kardiovaskuläre Risikofaktoren.
Ergebnisse:
38 der 74 Patienten (51,4 %) wiesen thrombophile Gerinnungsstörungen auf, während lediglich bei 8 der 74 Probanden Koagulopathien aufgedeckt werden konnten (P < 0,0001). Darüber hinaus konnten wir thrombophile Gerinnungsstörungen signifikant häufig bei Patienten mit einer auffälligen Familienanamnese hinsichtlich thromboembolischer Komplikationen (P°<°0,0001) und Patienten ohne kardiovaskuläre Risikofaktoren nachweisen (P°= 0,0025).
Schlussfolgerungen:
Unsere Ergebnisse weisen darauf hin, dass Gerinnungsstörungen neben kardiovaskulären Risikofaktoren bei jungen Patienten mit venösen retinalen Gefäßverschlüssen eine pathogenetische Bedeutung zukommt. Eine positive Eigen- oder Familienanamnese hinsichtlich thromboembolischer Ereignisse sowie das Fehlen kardiovaskulärer Risikofaktoren weisen signifikant häufig auf eine zugrundeliegende Thrombophilie hin.

 
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