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Abstract

SO.21.07

Intravitreale Bevacizumab-Therapie beim Makulaödem nach venösen Gefäßverschlüssen: Langzeitergebnisse der deutschen Avastin®-Studiengruppe

Gesine B. Jaissle1, Peter Szurman1, Hansjürgen T. Agostini2, Nicolas Feltgen3, Anastasia Dimopoulou1, Carsten H. Meyer4, für die Deutsche Avastin-Studiengruppe
1Department für Augenheilkunde, Universitäts-Augenklinik, Universitätsklinikum Tübingen, Tübingen, 2Universitäts-Augenklinik Freiburg, 3Universitäts-Augenklinik, Universitätsklinikum Göttingen, Göttingen, 4Universitäts-Augenklinik Bonn

Hintergrund
Ziel dieser Studie war es, die Wirksamkeit einer Therapie mit intravitrealen Injektionen von Bevacizumab (Avastin®) beim Makulaödem (MÖ) nach einem venösen Gefäßverschluss hinsichtlich Funktion und Morphologie im Langzeitverlauf zu untersuchen. Die große Anzahl eingeschlossener Augen ermöglichte eine detailierte Analyse von Subgruppen.
Methode
Die Studie basiert auf einer retrospektiven Analyse klinischer Daten der multizentrischen deutschen Avastin®-Studiengruppe. 633 Augen erhielten eine intravitreale Bevacizumab-Therapie (1,25mg/0,05ml) aufgrund eines MÖs nach einem Venenast- (VAV, 303 Augen) oder Zentralvenenverschluss (ZVV, 330 Augen). Eine augenärztliche Untersuchung einschließlich optischer Kohärenztomographie bei den meisten Patienten erfolgte vor der ersten Injektion sowie bei den Kontrollen. Die wesentlichen Ergebnisparameter waren bestkorrigierter Visus und zentrale Netzhautdicke. Die mittlere Nachbeobachtungszeit betrug 26,9 Wochen.
Ergebnisse
Beim VAV brachte die Therapie einen Anstieg des mittleren Visus von 0.6 logMAR auf 0.4 logMAR nach 6 und 12 Monaten. Damit verbunden war eine Reduktion der zentralen Netzhautdicke. Beim ischämischen MÖ zeigte sich ein Anstieg der mittleren Sehschärfe um 3 Zeilen auf 0.5 logMAR. Auch bei Patienten unter dem 60. Lebensjahr entwickelte sich ein herausragender Visusanstieg von 3 Zeilen, hier wurde sogar eine Sehschärfe von 0.15 logMAR erreicht. Negative Einflussfaktoren waren ein schlechter Ausgangsvisus, ein lange bestehendes MÖ (VAV vor über 1,5 Jahren) und das Vorliegen eines vorbehandelten MÖs. Beim ZVV stieg der Visus von 0,8 logMAR nach 3 und 12 Monaten auf 0,6 bzw. 0,7 logMAR an. Wiederholte Injektionen waren bei etwa 30% der Patienten mit einem VAV und bei der Mehrzahl der Patienten mit einem ZVV notwendig.
Schlussfolgerungen
Die intravitreale Injektion von Bevacizumab bewirkt beim VAV einen bemerkenswerten Visusanstieg mit einer Reduktion des MÖs. Auch beim ischämischen MÖ zeigt sich ein exzellenter Therapieeffekt, dennoch wird bei der Mehrzahl der Augen keine Lesesehschärfe erreicht. Da die Therapie beim lange bestehenden MÖ nur einen geringen Effekt zu haben scheint, sollte die Bevacizumab-Behandlung in der klinischen Routine innerhalb der ersten 18 Monate begonnen werden. Beim ZVV scheint die Langzeitwirkung auf den Visus trotz deutlicher Reduktion des MÖs begrenzt.

 
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