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Abstract

SO.21.10

Bevacizumab (Avastin®) zur Therapie der Frühgeborenen-Retinopathie Stadium 4 B

Volker Seiberth, Thomas Krüger, Jochen Hayler
Klinik für Augenheilkunde, Marienhospital Osnabrück, Osnabrück

Hintergrund:
Zur Therapie der Frühgeborenen-Retinopathie (Retinopathia praematurorum, RPM) Stadium 4 B (partielle Ablösung unter Einschluss der Makula, Internationale Klassifikation 1984) werden diverse, mehr oder weniger erfolgreiche Verfahren angegeben. Mit Einführung der VEGF-Blocker steht eine neue Therapieoption zur Verfügung.
Patient und Methode:
Ein männliches Frühgeborenes (Gestationsalter 24 + 5 Wochen, Geburtsgewicht 560 g) wurde uns mit einer beiderseitigen Netzhautablösung unter Einschluss der Makula (RPM Stadium 4 B; Internationale Klassifikation 1984) in der 15. Lebenswoche erstmals zugewiesen. Eine Therapie der RPM war bisher nicht erfolgt. Wir injizierten an beiden Augen in der 15. und 17. Lebenswoche 0,625 mg Bevacizumab (Avastin®) intravitreal.
Ergebnisse:
Nach der intravitrealen Injektion von Bevacizumab bildeten sich an beiden Augen die vaskulären Proliferationen bei gleichzeitigem Rückgang des Plus disease ohne weitere Therapiemaßnahmen zurück. Die Makula legte sich beidseits wieder an. In der temporalen Peripherie verblieb eine durch Traktion bedingte, umschriebene hohe Netzhautfalte.  Gleichzeitig war nasal nach Rückgang der vaskulären Proliferationsleiste das Fortschreiten der physiologischen retinalen Vaskularisation über die ehemalige Proliferationsleiste in der zentralen Zone II (Internationale Klassifikation 1984) hinaus bis zur Ora serrata zu beobachten.
Schlussfolgerungen:
Die Therapie der RPM Stadium 4 B mit Bevacizumab (Avastin®) war erfolgreich. Nebenwirkungen wurden nicht beobachtet. Vielmehr war trotz zweimaliger intravitrealer Gabe des VEGF-Blockers ein Fortschreiten der physiologischen retinalen Vaskularisation im Bereich der wieder angelegten Netzhaut zu beobachten.


 
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