DO.20
Rolle homöostatischer Prozesse bei retinalen Degenerationen
DO.20
Homeostatic processes of the retina: impact on mechanisms leading to retinal degeneration
Moderation Strauß O. (Regensburg) Joussen A. M. (Düsseldorf)
Dozenten Langmann T. (Regensburg) Ohlmann A. (Regensburg) Reichenbach A. (Leipzig) Zipfel P. F. (Jena)
Veranstaltungsort:
von Graefe
Hochspezialisierte
neuronale Strukturen sind im besonderen Maße auf das Funktionieren der
Gewebe angewiesen, die die allgemeine Homöostase aufrechterhalten.
Neuere Ergebnisse weisen darauf hin, dass die Gewebe, die die
Homöostase aufrecht erhalten, weitaus mehr Funktionen aufweisen, als
die bloße Ernährung neuronaler Gewebe. Sie bilden häufig auch im Sinne
der neuronalen Informationsverarbeitung mit den neuronalen Geweben eine
funktionelle Einheit. Die Analyse der Pathomechanismen, die zur
Retinadegeneration führen, zeigt ferner, dass für die klinisch
relevanten häufigen Formen meist ein Versagen der homöostatischen
Funktionen verantwortlich ist. Daher will dieses Symposium aktuelle
Forschungsbeiträge zusammenstellen, um aufzuzeigen, wie die Erforschung
der homöostatischen Prozesse das Grundverständnis einiger Erkrankungen
erst voran gebracht und neue Wege der Therapie eröffnet hat. Ferner
soll ein Dialog eröffnet werden, die Gemeinsamkeiten und
Überschneidungen der homöostatischen Prozesse zu diskutieren, um neue
Synergien in der Forschung zu Tage zu bringen. Der erste Teil des
Symposiums beleuchtet die Funktion der Glia Zellen in der Retina.
Müller Glia Zellen beteiligen sich nicht nur in der neuronalen
Verarbeitung, sondern sie tragen auch durch ihre sekretorische
Aktivität zur Stabilität und Regeneration der Neuronen bei (Vortrag
Reichenbach). Mikroglia Zellen sind aktiv an Degenerationsprozessen
beteiligt. Sie sind allerdings auch fähig die Regeneration beschädigter
Neurone zu betreiben. Diese Erkenntnis stammt aus der neuen Entdeckung,
dass es zwei Typen aktivierter Mikroglia in der Retina gibt: einen
schädigenden und einen regenerativen Subtyp (Vortrag Langmann). Die
Versorgung der Retina ist entscheidend auf die strukturelle Stabilität
des Gefäßsystems angewiesen. Diese Architektur steht ebenfalls unter
einer homöostatischen Kontrolle (Vortrag Joussen). Zu dieser Kontrolle
trägt das sezernierte Protein Norrin bei, das in neueren Arbeiten
zugleich eine neurotrophische Funktion gezeigt hat (Vortrag Tamm). Ein
wesentlicher Bestandteil der intraokulären Homöostase ist die Kontrolle
des Immunsystems an der Blut/Retina Schranke. Hier spielen die
Regulatoren des Komplementsystems eine wichtige Rolle. Versagen der
Funktion stellt einen wichtigen Risikofaktor in der Entstehung der
altersabhängigen Makuladegeneration dar (Vortrag Zipfel). Das retinale
Pigmentepithel stellt einen Teil der Blut/Retina Schranke dar und ist
seinen Funktionen essentiell für die Funktion der Photorezeptoren. Vor
allem ein Versagen der Steuerung dieser homöostatischen Funktionen ist
von Bedeutung für die Entstehung einer verminderter Kontrolle des
Immunsystems, für die Gefäßstabilität der Chorioidea und die erhaltende
Interaktion mit den Photorezeptoren (Vortrag Strauß).
The
highly specialized neuronal tissue depends strongly on the cells which
maintain the homeostasis. Recent data point out that the tissues with
homeostatic function have further function such as involvement in
neuronal signal transduction. These tissues form a functional unit with
neuronal cells. Analysis of patho-mechanisms leading to retinal
degenerations showed that the most clinically relevant forms are
relying on the failure of homeostatic function. This symposium will
bring together presentations to show how the understanding of
homeostatic functions and their failure have provided new ways in
understanding the patho-mechanisms and new ways to find therapeutic
strategies. It is the hope that this session will open a dialogue to
discuss how these processes overlap and how these pathways interact. In
the first part of the session the function of glia cells will be
discussed. Müller glia cells not only help to increase the signal to
noise ration in neuronal processing in the retina. They help also to
maintain the structural integrity of the neuronal network (talk
Reichenbach). Microglia is known to be involved in the degenerative
mechanisms in the retina. Newer data indicate that there are two
populations of activated microglia of which one can start regenerative
processes (talk Langmann). The nutrition of the retina depends on the
architecture of the blood vessel network. The stability of this network
is regulated in a homeostatic manner (talk Joussen). The secreted
protein Norrin is not only involved in the regulation of the
architecture of the blood vessels but was also found to show
neuro-protective properties (talk Tamm). The intraocular homeostasis
depends on the control of the immune system at the blood/retina
barrier. The regulators of the complement system are playing a central
role in the control of immune system. The failure of these regulators
is representing the initial step in the pathways leading to age-related
macular degeneration (talk Zipfel). At the blood/retina barrier the
retinal pigment epithelium is essential to maintain the photoreceptor
function. In particular the failure in the control of the homeostatic
function by the retinal pigment epithelium is of great importance in
the development of a reduced control of the immune system, vessel
stability or interaction with photoreceptors (talk Strauß).
"Mikroglia Phänotypen und Immunregulation der Netzhaut" Microglia phenotypes and regulation of retinal immune homeostastis" Thomas Langmann Universitätsklinik Regensburg
Norrin: ein neuer angiogener und neurotropher Faktor in der Netzhaut Norrin: a new angiogenic and neurotrophic factor in the retina Andreas Ohlmann Institut für Humananatomie und Embryologie, Universität Regensburg
Die Beteiligung des Komplement Systems an der Homöostase in der Retina:
Rolle der Komplement Regulatoren in der altersbedingten
Makuladegeneration The Contribution of Complement to Retinal Homeostasis: The Role of Complement Regulators in Age Related Macular Degeneration Peter Zipfel Hans-Knöll-Institut für Molekulare Naturstoff-Forschung, Abteilung für Infektionsbiologie