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Pressemeldungen
Die Veröffentlichung der Ergebnisse zweier Studien haben im vergangenen Jahr zu einem Umdenken in Vorbeugung und Therapie des Diabetes geführt. Im Rahmen der ADVANCE- und der ACCORD-Studie haben sich Menschen mit Typ 2-Diabetes intensiv um eine fast normnahe Einstellung ihrer Blutzuckerwerte bemüht. Doch die erhoffte positive Wirkung der aggressiven HbA1c-Reduktion (6,4% beziehungsweise 6,5%) blieb aus. HbA1c ist eine Form des roten Blutfarbstoffs (Hämoglobin), an den Glukose gebunden ist. Der Anteil von HbA1c am gesamten Hämoglobin wird zur Verlaufskontrolle des Diabetes mellitus verwendet. „In den Studien konnten insbesondere kardiovaskuläre Spätkomplikationen nicht vermieden werden. In der ACCORD-Studie erhöhte die enge Blutzuckerkontrolle sogar die Sterblichkeit“, berichtet Professor Dr. med. Peter Wiedemann, Präsident des 107. DOG-Kongresses und Direktor der Universitäts-Augenklinik Leipzig. In der ADVANCE-Studie kam es zwar signifikant zu einer Reduktion des Auftretens einer Nierenbeteiligung, ein Einfluss auf die Retinopathie war aber in beiden Studien nicht erkennbar. Dafür konnten Forscher zeigen, dass bestimmte Medikamente zur Regulierung von Blutfetten und Blutdruck vor einer diabetischen Retinopathie schützen. „Fenofibrat, das die Blutfette senkt, verlangsamt bei einer guten Stoffwechsellage zusätzlich den Verlauf einer Retinopathie so stark, dass viele Betroffene vorerst keine Laserbehandlung der Netzhaut benötigen“, so Wiedemann. Eine ähnlich schützende Wirkung werde mit neuen Medikamenten erzielt, die in die hormonelle Blutdruckregulierung eingreifen. „Wissenschaftler haben festgestellt, dass der Wirkstoff Candesartan beim Typ 1-Diabetes einer Retinopathie vorbeugt. Beim Typ 2-Diabetes könnte er das Fortschreiten des Augenleidens verlangsamen“, erläutert Wiedemann. In der Therapie der Retinopathie ist die Photokoagulation, eine Laserbehandlung der Netzhaut, seit Jahrzehnten Standard. „Die Laserstrahlen veröden schlecht durchblutete Netzhautareale. Dadurch verhindern sie, dass neue Blutgefäße entstehen, die hauptsächlich für eine Erblindung verantwortlich sind“, erklärt Wiedemann. Zunehmend kommen aber auch Medikamente zum Einsatz, die sich bei der altersbedingten Makuladegeneration (AMD) bewährt haben. So Literaturhinweise zu den Studien: Bei Veröffentlichung Beleg erbeten. |
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